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Hintergrund

Die gesetzliche Grundlage für die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung in Deutschland ist das Bundesnaturschutzgesetz. Es hat zum Ziel, die biologische Vielfalt, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, Vielfalt Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert von Natur und Landschaft zu schützen und dauerhaft zu sichern. Um Maßnahmen, die diesen Zielen grundsätzlich entgegenstehen, indem sie die oben genannten Schutzgüter beeinträchtigen, zu ermöglichen, sieht das Gesetz vor, dass unvermeidbare Beeinträchtigung von Natur und Landschaft auszugleichen oder zu ersetzen sind. Diese Kompensation erfolgt, indem die „beeinträchtigten Funktionen des Naturhaushalts“ durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege an anderer Stelle wiederhergestellt werden. Dies geschieht in der Regel durch eine Aufwertung von Flächen, die bisher einen geringen Wert für die Natur haben. Um die Genehmigung von Eingriffen zu erleichtern, können solche Maßnahmen auch „auf Vorrat“ und gebündelt in sogenannten Ökokonten umgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Bündelung von Kompensationsmaßnahmen in sogenannten Ausgleichsflächenpools. Hier müssen die Maßnahmen im Gegensatz zum Ökokonto nicht bereits umgesetzt sein, wenn der Eingriff erfolgt. Darüber hinaus können spezielle Artenschutzmaßnahmen erforderlich sein, wenn streng geschützte Tier- und Pflanzenarten durch Projekte betroffen sind.
Eine Besonderheit des schleswig-holsteinischen Naturschutzrechtes ist der besondere Schutzstatus von Knicks. Die Beseitigung oder Beeinträchtigung eines Knicks ist nur zulässig, wenn an anderer Stelle ein neuer Knick angelegt. Auch diese Ersatzpflanzungen können in Form von Pools oder aber von Ökokonten erfolgen
Neben dem Bundesnaturschutzgesetz sieht auch das Landeswaldgesetz Schleswig-Holsteins einen Ersatz vor, wenn eine Waldfläche gerodet und in eine andere Nutzungsart überführt wird (Ersatzaufforstung).