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Ökokonten

Rechtsgrundlage für die Entwicklung von Ökokonten ist das Bundesnaturschutzgesetz (§ 16 BNatSchG) in Verbindung mit dem Landesnaturschutzgesetz (§ 10 LNatSchG). Das notwendige Procedere für die Entwicklung eines Ökokontos (bspw. Antragstellung, Voraussetzungen, Berechnung der Ökopunkte etc.) wird in Schleswig-Holstein durch die Ökokonto-Verordnung geregelt.
Ausgehend vom Ausgangszustand einer geplanten Ökokontofläche wird der Fläche ein Basiswert zugeteilt, der umso höher ist, je geringer der naturschutzfachliche Ausgangswert ist. Der Ausgangswert bemisst sich nach dem Biotoptyp einer Fläche. Intensiv genutzte Äcker du Bebaute Flächen haben den höchsten Basiswert von 1 Ökopunkt pro m², Grünland und Gehölze einen deutlich geringeren. Besonders artenreiche Flächen, geschützte Biotope oder naturnahe Wälder werden überhaupt nicht angerechnet. Wenn die Flächen innerhalb des landesweiten Biotopverbundsystems liegen, erhöht sich die Zahl der Ökopunkte um 10% des Basiswertes. Weitere Zuschläge sind möglich, wenn spezielle Maßnahmen zur Förderung seltener Arten durchgeführt werden oder wenn die Entwicklung geschützter Biotope das Ziel ist.
Die frühzeitige Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen honoriert die Ökokonto-Verordnung, indem nicht abgebuchte Ökopunkte mit 3 % pro Jahr verzinst werden.
Ein Ökokonto wird bei der unteren Naturschutzbehörde eines Kreises beantragt. Die Behörde wird über jeden Eingriff, der auf das Ökokonto gebucht werden soll informiert und nimmt die Buchungen vor.

Ökokontenverordnung des Landes Schleswig-Holsteins

Ausgleichsflächenpools (AFP)

Als Ausgleichsflächenpools (AFP) werden Komplexe von Ausgleichsflächen mehrerer Vorhaben bezeichnet, die nicht als Ökokonto angemeldet sind. Im Gegensatz zu Ökokonten entfallen für diese Maßnahmen Zuschläge für zusätzliche Maßnahmen und Zinsen. Sie werden vor dem Hintergrund konkreter Vorhaben eingerichtet. Im Gegensatz zu Ökokonten erfolgt die Festlegung als Ausgleichsfläche erst im Zuge des Genehmigungsverfahrens für ein konkretes Vorhaben.

Knicks

Knicks genießen in Schleswig Holstein gem. § 21 (1) Nr. 4 LNatSchG gesetzlichen Biotopschutz. Beeinträchtigungen von Knicks wie deren Beseitigung oder Knickdurchbrüche sind daher gem. § 30 (1) BNatSchG verboten. Die zuständige Untere Naturschutzbehörde kann Ausnahmegenehmigungen für solche Knickbeseitigungen zulassen, wenn die betroffenen Funktionen durch Neuanlage von Knicks ausgeglichen werden. Diese sind in der Regel im Verhältnis 1:2 anzulegen. Pro m betroffenem Knick müssen also 2 m neu angelegt werden. Die Regelungen zum Knickschutz finden sich in den Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz.

Dokument des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holsteins zu den Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz