»Grotmoor MoorFutures II« ermöglicht die Wiedervernässung von weiteren 38 Hektar Moor

Erfolgreiche Kooperation für den Moorschutz geht in die nächste Runde

(Grotmoor) Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (SNSH) und die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH (AUGL) setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit für den Moor- und Klimaschutz fort. Die Vereinbarung wurde von Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Thorsten Deinert, Geschäftsführer der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH, und Ute Ojowski, Geschäftsführerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung für das Projekt »Grotmoor MoorFutures II« bringen die drei Partner die Wiedervernässung weiterer 38 Hektar Moorfläche auf den Weg.

Entwässerte Moorböden verlieren ihre natürliche Funktion als Kohlenstoffspeicher, setzen erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei und befeuern so die Klimakrise. Die Wiedervernässung durch den Rückbau von Drainagen, den Anstau von Entwässerungsgräben sowie den Bau von Verwallungen und Poldersystemen stoppen diesen Prozess. Das Wasser bleibt in der Fläche, der Torfkörper wird erhalten und die natürlichen Funktionen des Moorökosystems können sich schrittweise regenerieren. Mit »Grotmoor MoorFutures II« wird die erfolgreiche Kooperation zwischen den SHLF, der SNSH und der AUGL konsequent fortgeführt. Der erste Teil des Grotmoors mit einer Größe von rund 73 Hektar wurde im Winter 2022/2023 mit Mitteln des Fonds für Biologischen Klimaschutz des Landes Schleswig-Holstein vernässt. Darauf aufbauend wird aktuell mit »Grotmoor MoorFutures I« - finanziert durch sogenannte » MoorFutures-Zertifikate« - die Wiedervernässung weiterer 96 Hektar realisiert.

»Die bisherigen Maßnahmen zeigen eindrucksvoll, wie schnell die Wiedervernässung von Mooren wirkt, und wie wichtig eine schnelle Renaturierung betroffener Moorflächen für den Klimaschutz vor Ort ist. Die errichteten Dämme halten das Wasser dauerhaft in der Fläche, die Vegetation entwickelt sich positiv und erste Torfmoose haben sich bereits wieder angesiedelt«, sagt Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. »Dieser Sommer zeigt, wie wichtig schnell wirkender Klimaschutz ist. Damit wir die CO2-Emissionen aus den Mooren stoppen, müssen viele Akteure im Land an einem Strang ziehen. Deshalb haben sich die Landesforsten, die Stiftung Naturschutz und die Ausgleichsagentur zusammengetan, um das Grotmoor wieder nass zu bekommen. Mit den Moor-Futures®-Zertifikaten holen wir Unternehmen und Privatleute an Bord, die sich an den Klimaschutz-Projekten engagieren können,« erläutert Thorsten Deinert von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, einer einhundertprozentigen Tochter der Stiftung Naturschutz.

Mit dem Start von »Grotmoor MoorFutures II« wächst das gemeinsame Engagement der drei Partner im Grotmoor auf insgesamt rund 210 Hektar Moorfläche, die bereits wiedervernässt wurde oder sich in der Wiedervernässung befindet. Die auf mehrere Jahrzehnte angelegte Kooperation schafft langfristige Perspektiven für den Erhalt eines der wichtigsten Kohlenstoffspeicher Schleswig-Holsteins und stärkt zugleich den Klimaschutz im Land zwischen den Meeren. Die Umsetzung des Projektes erfolgt nach erfolgreicher Zertifizierung der MoorFutures. Unternehmen und Privatpersonen können damit regionale Moorrenaturierungsprojekte unterstützen und einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz vor der eigenen Haustür leisten.

»Grotmoor MoorFutures II« auf einen Blick:
Partner: Schleswig-Holsteinische Landesforsten (SHLF), Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (SNSH), Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH (AUGL)
Einsparung: geschätzt 18.900 t in den nächsten Jahren 50
Fläche: 38,47 Hektar
Lage: Nordöstlicher Offenlandbereich des Grotmoors ( 53°52'16.5"N 9°50'52.6"E)
Ziele: Wiederherstellung des Moorökosystems und Förderung der biologischen Vielfalt
Maßnahmen: Drainagerückbau, Grabenanstau, Verwallungen und Poldersystem
Finanzierung: Verkauf von MoorFutures-Zertifikaten nach erfolgreicher Zertifizierung